Gottesdienst für Eltern, die um ein Kind trauern

 

Zu einem ökumenischen Gottesdienst unter der Überschrift „Ich bin mit dir“ waren alle, die um ein Kind trauern, in die Christuskirche Fulda eingeladen.  Dem Gottesdienst standen Pfarrerin Martina Walter und Generalvikar Professor Dr. Gerhard Stanke vor.

 

Im Jahre 2002 brachte die Selbsthilfegruppe „Trauende Eltern“  in Zusammenarbeit mit der Trauerhilfe Fulda, christliches Netzwerk zur Trauerbegleitung die Idee ein Eltern, Geschwistern, Großeltern und Angehörigen jährlich am zweiten Adventssonntag eine christliche Ausdrucksmöglichkeit ihrer Trauer in Form eines ökumenischen Gottesdienstes anzubieten. „Ein Licht für Dich“ sollte nicht nur an den Verlust erinnern, sondern auch Hoffnung und Perspektive schenken. Mittelpunkt des diesjährigen Gottesdienstes war die Bibelstelle aus Genesis 28,10-19 „Jakob schaut die Himmelsleiter“. Jakob sieht im Traum Engel aus dem Himmel nieder und in diesen zurücksteigen. Sie schaffen die Verbindung zwischen Himmel und Erde. Zur Verdeutlichung war in der Christuskirche eine die Kirchenhöhe füllende vergoldete Strickleiter aufgehängt, die Pater Meinhard aus dem Benediktinerkloster Münsterschwarzach geschaffen hatte.

 

In ihrer Predigt betonte Pfarrerin Martina Walter die filigrane Verbindung zwischen Gott und den Menschen, die „oben und unten“ fest verankert sei. Trauer sei ein schwieriger und einsamer Weg und viele Trauernde würden auf ein Wort des Trostes, eine Geste des Mitgefühls oder eine Umarmung warten. Auch Jakob sei in einer hilfesuchenden Situation gewesen und habe nach einem Weg gesucht, als er seinen Traum hatte. Der Traum zeige, dass trotzdem der Himmel erreichbar bleibe, wie auch die Fußspuren auf der Himmelsleiter zeigten. Es habe etwas menschliches, wenn Engel herabsteigen und aufsteigen würden und oben Gott warte. Die Botschaft „Ich behüte dich“ gelte nicht nur Jakob, sondern auch uns Menschen heute. Die Predigerin bat das Bild der Himmelsleiter als tröstendes Symbol im Herzen aus dem Gottesdienst mitzunehmen. In den Gottesdienst hatten trauernde Eltern unter den Leitsätzen: „Gedanken nach Tod des Kindes in der Schwangerschaft oder kurz nach der Geburt; Gedanken nach plötzlichem Tod; Gedanken nach Tod durch Krankheit; Gedanken nach Suizid“, die verlesen wurden, ihre Gefühle eingebracht.

 

Außerdem konnten sie sich durch entzündete Kerzen für ihre verstorbenen Kinder und Fürbitten in den Gottesdienst einbringen. Musikalisch wurde die ökumenische Feier durch Kantor Thomas Nüdling (Orgel) und den Chor „Vox Juventatis“ (Leitung Martin Böhm) mitgestaltet.

 

 Die Selbsthilfegruppe „Trauernde Eltern“ in Zusammenarbeit mit der Trauerhilfe Fulda boten nach dem Gottesdienst im Haus Oranien die Möglichkeit zur Begegnung bei Kaffee mit Stollen und Plätzchen.

 

 Mit dem Segen Gottes entließen Pfarrerin Martina Walter (rechts) und Generalvikar Gerhard Stanke (links) die Gottesdienstbesucher. Links steht der Chor „Vox Juventatis“.